Die deutsche Komödie von Bora Dagtekin mit Elyas M’Barek in der Hauptrolle begeisterte im Filmjahr 2013 etwa 5,6 Millionen Zuschauer und war damit der Rekordfilm des Jahres gemessen an Kinobesuchern.

Die Constantin Film Produktion GmbH wollte daraufhin den Filmtitel 2015 beim Europäischen Markenamt (EUIPO) als Marke für Merchandising-Artikel eintragen lassen. Dies wurde abgelehnt mit der Begründung „Fack Ju Göhte“ verstoße gegen die guten Sitten. Ein Verstoß gegen den Grundsatz der guten Sitten wäre natürlich ein absolutes Eintragungshindernis.

 Vom Gericht der Europäischen Union (EuG) wurde dies 2018 zunächst bestätigt. Auch wenn „ein Teil der maßgeblichen Verkehrskreise eine äußerst derbe Ausdrucksweise für akzeptabel halten mag“, werde der durchschnittliche Verbraucher den Titel mit dem vulgären englischen Ausdruck „fuck you“ und dem fehlerhaft geschriebenen Familiennamen Goethe gleichsetzen, woran viele Verbraucher Anstoß nehmen könnten. Schließlich war Goethe einer der bedeutendsten Schöpfer deutschsprachiger Dichtung.

Constantin Film legte jedoch Rechtsmittel ein und konstatierte, dass der Filmtitel weder vulgär sei noch gegen die guten Sitten verstoße. Sogar vom Goethe-Institut sei der Film zu Unterrichtszwecken verwendet worden. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) stellte nun fest (EuGH Urteil C 240/18 P vom 27.02.2020), dass das EUIPO keine hinreichend konkreten Aspekte vorgetragen habe, weshalb das Wortzeichen „Fack Ju Göhte“ gegen moralische Werte und Normen der Gesellschaft verstoße. Von der breiten Öffentlichkeit werde der Titel ja auch nicht als moralisch verwerflich wahrgenommen.

Daher hob der EuGH das Urteil des EuG sowie die Entscheidung des EUIPO auf. Das EUIPO muss somit erneut über die Markenanmeldung von Constantin Film entscheiden.