Die Überbrückungshilfe III soll Unternehmen, Soloselbstständige und Freiberufler unterstützen. Es handelt sich hierbei um Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

Wer ist antragsberechtigt?

Für die Antragsstellung bestehen zwei unterschiedliche Möglichkeiten.

1. Möglichkeit – Antragsberechtigung aufgrund des Umsatzrückgans (Berechnung nach der Kleinbeihilfen-Regelung):

Die Antragsberechtigung nach der 1. Möglichkeit bestimmt sich danach, ob Unternehmen in einem Monat zwischen November 2020 und Juni 2021 einen Umsatzeinbruch von mind. 30% zum Referenzmonat im Jahr 2019 erlitten haben. Die Beantragung der Überbrückungshilfe III kann für den jeweils betreffenden Monat beantragt werden.

2. Möglichkeit – Antragsberechtigung durch Verluste (ungedeckte Fixkosten; Berechnung nach der Fixkostenhilfe)

Die Antragsberechtigung nach der 2. Möglichkeit bestimmt sich danach, ob Unternehmen, die während November 2020 bis Juni 2021 Verluste im Vergleich zum selbigen Zeitraum 2019 vorweisen können. Alternativ kann die Antragsstellung auch nur auf einzelne Monate erfolgen, sofern die Überbrückungshilfe nur für diese Monate in Anspruch genommen wird.

Was umfasst die Überbrückungshilfe III und welche Kosten sind förderfähig?

Genauso wie bei der Überbrückungshilfe II werden die Fixkosten gefördert.

Förderfähige Fixkosten sind folgende:

  • unter anderem Mieten und Pachten
  • Finanzierungskosten und ähnliche Kosten, die nicht umsatzabhängig sind (Kosten für Auszubildende oder Grundsteuern)
  • Aufwendungen für Personal, das Kurzarbeit nicht nutzen kann (Pauschale in Höhe von 20 Prozent der übrigen förderfähigen Fixkosten)
  • Modernisierungs-, Renovierungs- und Umbaumaßnahmen zur Umsetzung von Hygienekonzepten bis zu 20.000 Euro
  • Abschreibungen von Wirtschaftsgütern bis zu 50 %
  • Marketing- und Werbekosten (maximal in Höhe der entsprechenden Ausgaben im Jahr 2019)
  • Investitionen und Digitalisierung (teilweise mit Sonderreglungen)

Für ganz besonders von der Corona-Krise betroffene Branchen werden weitere Kosten anerkannt. Besonders Betroffene hiervon sind Reisebüros und Reiseveranstalter, die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft, der Einzelhandel, die Pyrotechnikbranche und Soloselbständige

Wie hoch wird die Überbrückungshilfe III ausfallen?

Die Zuschusshöhe ist hierbei abhängig vom Umsatzausfall. Die Kompensation erfolgt hierbei wie folgt:

  • bei einem Umsatzrückgang von 30 bis 50 Prozent werden bis zu 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten erstattet,
  • bei einem Umsatzrückgang von 50 Prozent bis 70 Prozent werden bis zu 60 Prozent der förderfähigen Fixkosten erstattet und
  • bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 Prozent werden bis zu 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten gezahlt.

Soloselbstständige können alternativ für den Zeitraum Dezember bis Juni 2021 eine einmalige Betriebskostenpauschale (sog. Neustarthilfe) in Höhe von 50 % des Vergleichsumsatzes im Jahr 2019 bis max. 7500 € beantragen.

Wie hoch ist die maximale Förderung?

Im nächsten Schritt wird die Förderung gedeckelt. Hierbei kommt es auf die gewählte Möglichkeit der Antragsberechtigung an:

1. Möglichkeit (Berechnung nach Kleinbeihilfen-Regelung):

Erfolgt die Berechnung anhand des Umsatzrückgangs (Kleinbeihilfen-Regelung), liegt die maximale Höhe der Förderung bei 1.800.000 Euro (vorher 800.000 Euro). Wichtig hierbei ist, dass Kleinbeihilfe-Regelung für alle Beihilfen, die auf Basis dieser Regelung gewährt wurden und werden, mitberücksichtigt werden. Umfasst sind u.a. die Novemberhilfe, Dezemberhilfe, KFW-Kredit und die Überbrückungshilfe 1. Es findet hier eine Kumulierung der Beihilfen statt!

2. Möglichkeit (Berechnung nach Fixkostenhilfe):

Erfolgt die Antragsberechtigung nach der Verlust-Methode (Bundesregelung Fixkostenhilfe), beträgt die Förderung je nach Unternehmensgröße bis zu 70% bzw. 90% der Verluste (ungedeckten Fixkosten), maximal jedoch 3 Mio. EUR. Auch hier gilt jedoch eine Kumulierung sämtlicher Beihilfen, die aufgrund der Bundesregelung Fixkostenhilfe gewährt wurden und werden (u.a. die Überbrückungshilfe 2).

Im Endeffekt heißt dies, dass die Kleinbeihilfe-Regelung (also die 1. Möglichkeit) v.a. dann Sinn macht, wenn kein oder nur zu geringe Zuschüsse der oben genannten Förderungen in Anspruch genommen wurden/werden. Ansonsten besteht die Gefahr die maximale Förderungshöhe zu erreichen.

Wie stelle ich einen Antrag?

Die Anträge erfolgen durch Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer. Soloselbstständige hingegen sind unter besonderen Identifizierungspflichten direkt antragsberechtigt, sofern die Förderhöhe einen Betrag von 5.000 Euro nicht übersteigt.

Ab wann kann ich den Antrag stellen und wie erfolgen die Auszahlungen?

Die Abschlagszahlungen und die Antragstellung starten im Monat Februar 2021. Die reguläre Auszahlung soll im März 2021 starten.

Die Antragsstellung läuft über folgende Plattform: www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.

Unternehmen müssen durch einen prüfenden Dritten (d.h. Steuerberater/innen, Wirtschaftsprüfer/innen, vereidigte Buchprüfer/innen und/oder Rechtsanwälte/innen) die Antragsstellung stellen.