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Ein falscher Klick im digitalen Spielbericht und plötzlich steht eine technische Spielwertung im Raum. In seinem Beitrag in SPORAX 1/2026 analysiert Dr. Holger Jakob, wann Nominierungsfehler im Amateurfußball sportrechtliche Sanktionen rechtfertigen und warum Fairness, Verhältnismäßigkeit und Vertrauen stärkere Leitplanken sein müssen.

Im Amateurfußball treffen strenge formale Vorgaben wie Spielberechtigung, Spielerpass und Nominierung im Spielbericht auf den Anspruch, sportliche Ergebnisse nicht wegen bloßer Formalien zu kippen. Der Beitrag zeigt am Beispiel eines BFV Urteils, wie Verbandsgerichte teils sehr streng sanktionieren, obwohl ein Spieler materiell spielberechtigt war und kein Manipulations oder Vorteilsfall vorliegt.

Im Mittelpunkt steht das sportliche Fairnessgebot. Sanktionen sollen Wettbewerbsverzerrungen korrigieren und nicht bloß formale Fehler bestrafen. Dr. Jakob kritisiert Systembrüche in der Satzungshierarchie sowie Akzeptanzprobleme bei Vereinen und Spielern und plädiert für einheitlichere und transparentere Regeln.

Als Reformperspektive empfiehlt der Beitrag insbesondere eine bundesweit harmonisierte Regelung zu Nominierungsfehlern, orientiert an sportlicher Integrität und Verhältnismäßigkeit. Harte Sanktionen und technische Spielwertungen sollten Ultima Ratio bleiben, vor allem für Fälle von Manipulation, Täuschung oder echten Wettbewerbsvorteilen.